Mit der Erfindung der Dampfmaschine und des Benzin- und Dieselmotors war es dem Menschen erstmals möglich, Maschinen zu planen und zu bauen, die ihm schwere und schwerste Arbeiten erleichterten. Das galt für die Landwirtschaft genauso, wie für die Industrie. Heute ist der Maschinenbau aus keinem Bereich des menschlichen Daseins mehr wegzudenken.
Egal ob, Haushalt, Handwerk, oder Industrie. Maschinen begegnen uns überall im Alltag. Die elektrische Zahnbürste, der Staubsauger und die Waschmaschine, das Auto, oder die Kehrmaschine, der Zigarettenautomat, oder der Roboter in der industriellen Massenfertigung, die Abfüllanlage in der Getränkeindustrie, beim Besuch der Fußpflege oder beim Friseur und auf der Baustelle. Maschinen haben unseren Alltag durchdrungen und prägen ihn. Und es vergeht kein Tag, an dem nicht neue Maschinen und Geräte erdacht und entwickelt werden.
Und das nicht nur zum Guten. Der Kalte Krieg und der Ukrainekrieg stellten und stellen uns das täglich neu und schonungslos vor Augen.
Ich selbst bin ein Kind der unmittelbaren Nachkriegszeit. Der Wiederaufbau der jungen Bundesrepublik mit den enormen Zerstörungen forderte jede Kraft und Anstrengung, so waren gleichzeitig hunderttausende von zerbombten Wohnungen zu bauen, Straßen und Schienenwege wieder aufzubauen und herzustellen. Nicht nur die Menschen, die im freien Westen der Republik lebten, brauchten Wohnungen, auch die Im Osten. Geflüchtete und Vertriebene, die zu uns gekommen waren, suchten auch Unterkünfte. Die nach 1945 am Boden liegende Wirtschaft boomte in den 50iger und 60iger Jahren nicht zuletzt auch durch die aus dem Ausland zu uns gekommenen Fremdarbeiter, wie man die Italiener, Türken, Griechen und anderen Menschen nannte, die hier Arbeit und Brot fanden und auch Wohnungen brauchten.
Ich war als Kinder fasziniert von den LKWs und Baumaschinen, die auf den Straßen unterwegs waren. Manche hörte man lange, bevor man sie sah, etwa die schweren mit Turboladern aufgeladenen Zugmaschinen der Culemeyer, mit denen die Bahn Haus-zu-Haus-Transporte für Firmen durchführte und die den Firmen, die keinen Gleisanschluss hatten, ganze Güterwagen zuführte. Oft stand ich vergessen an der Straße, oder am Fenster in unserer Wohnung, im ersten Stock und sah gespannt zu, wenn wieder so ein Transport zur GEFA Likörfabrik Flaschen im gedeckten Güterwagen, oder Flüssigkeiten im Tankwagen, brachte.
Einmal so ein Modell haben… Noch als Jugendlicher in der Ausbildung träumte ich davon. Und das hat mich mein Leben lang nicht mehr losgelassen.
So ist es nicht verwunderlich, dass ich mein erstes, selbst verdientes Geld, in den ersten Modellen anlegte, die ich in Nürnbergs erster Adresse eines Spielzeugladens fand. Sie hatten eine Detaillierung und Funktionen, die ich bisher noch nie an Modellen gesehen hatte. Diese Faszination ist bis heute geblieben. Als ich dann später selbst Modelle baute und entwickelte, wollte ich solche Funktionen und andere Details selbst an diesen Modellen haben.
Mir geht es in der Präsentation meiner Sammlungen darum, den positiven Aspekt der Arbeitserleichterung und deren Vereinfachung am Beispiel von Fahrzeugen und Geräten des Transportwesens und des Baus zu zeigen und bewusst zu machen, welche Entwicklungen es gab und wohin diese bis heute geführt haben. Dabei sollten diese Modelle aber auch einen möglichst hohen Grad an Detaillierung aufweisen.
Ein Aspekt diese Modelle zu sammeln und auch selbst zu bauen ist unter anderen auch der, dass nicht alle technischen Entwicklungen als Original erhalten werden konnten und können, da viele dieser Maschinen und Fahrzeuge zum Teil oft nur in geringen Stückzahlen, oder gar als Einzelstücke, gebaut wurden und oftmals nicht erhalten werden konnten oder können, da dies auch eine Frage der Verfügbarkeit eines Vorbildes ist und der Erhalt oft einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand fordert. Der Erhalt und die Restauration ist außerdem zeitintensiv und viele Vorbilder sind auch gar nicht mehr verfügbar, wenn ich z. B. an Dampfbagger denke, weshalb ein Modell oftmals die einzige Möglichkeit ist, diese Technik für uns anschaulich und lebendig werden zu lassen.
Ich habe mich dabei dem Maßstab 1:50 für meine Sammlung verschrieben. Grund dafür ist, dass man beim Selbstbau in diesem Maßstab gut detaillieren kann, andererseits die Details gut erkennbar sind. Und – ein weiterer Grund – es in diesem Maßstab solche Modelle schon gab, als ich in dem 1970igern zu sammeln anfing. Schnell war ich mir auch bewusst, dass man diese Modelle gut greifen und sicher in der Hand halten konnte, was bei einer Erklärung von Funktionen am Modell oft hilfreich war.
Dazu kommt auch noch der Umstand, dass viele Architekturmodelle im Maßstab 1:50 gehalten sind, was im Lauf der Zeit immer häufiger dazu geführt hat, dass diese Modelle dann mit den passenden Maschinen dekoriert und belebt wurden.
Von hier aus war es nur ein kleiner Schritt hin zum Dioramenbau, der wiederum dazu geführt hat, dass diese Modelle schnell einen Liebhaber- und Sammlerkreis, weit über die mit dem Bau und der Architektur befassten Personen hinaus, gefunden haben. Heute wird dieser Maßstab und der Modellbau in diesem unterstützt und zusätzlich gefördert durch zahlreiches Zubehör verschiedener Anbieter.
Dem interessierten Betrachter und Leser dieser Seite wünsche ich beim Stöbern in den Artikeln viel Vergnügen und vielleicht auch das eine oder andere “AHA”-Erlebnis.
Hans-Peter Weigel