Ein Sprichwort sagt: Nichts ist beständiger als der Wandel. Und das bestätigt sich immer wieder! Wir erleben das gerade sehr drastisch! Im inneren, genauso, wie in den Weltpolitischen Ereignissen.
Ich bin dankbar, dass ich mit meinen Beiträgen zur Rentenversicherung, wie alle meiner Zeitgenossen auch – ich bin ein unmittelbares Nachkriegskind – dazu betragen konnte, dass meine Eltern, die entscheidend mitgeholfen haben, dieses Land nach den Folgen eines Krieges, den nicht Sie, sondern Ihre Eltern zu verantworten hatten und haben, denn diese waren es, jene Generation, die Hitler und seine Schergen zur Macht verhalfen. Unsere Eltern verbrachten Ihre Jugend in den Schützengräben und in den Arbeitsdiensten, die von oben verordnet waren. Sie waren es, die um diese Ihre Jugend betrogen, ihr Leben ließen, oder wie mein Vater, der angeschossen und dadurch verstümmelt, aber lebend vom Schlachtfeld zurück kam, nach dem Krieg begannen, mit ihren Händen dieses Land wieder aufzubauen, dessen Niedergang ihre Elterngeneration zu verantworten hatten.
Nun selbst im Rentenalter, müssen wir uns sorgen, ob unsere Generation noch alleine mit der Rente durchkommen werden. Jeder mag sich selbst ausrechnen, wie es gehen soll, wenn er von heute auf morgen, bei Renteneintritt, von ca. 2500 € Nettoeinkommen nur noch 48 % = 1200 € Rente, zum Leben verfügbar hat. Das sind ca. 20 % der Rentner in der BRD, weitere 42 % der Rentner müssen mit unter 1000 € / Monat auskommen. Ist das eine gerechte Altersversorgung bei den Lebenshaltungskosten die wir derzeit haben?! Wer nichts zurücklegen konnte oder zurück gelegt hat, muss sich ernsthaft Gedanken machen, wie es weitergehen soll für ihn… Hier wird – über kurz oder lang – eine ganze Generation zu Sozialempfängern, wenn die Politik nicht handelt und nicht will, dass diese Generation nicht auf die Barrikaden geht. Verdient hat sie so eine Behandlung nicht! Es ist eine Schande und eine Anfrage an die Politik, mit ansehen zu müssen, dass es in diesem Lande Menschen gibt, die ein Leben lang gearbeitet haben und trotzdem im Alter Flaschen aus Papierkörben sammeln müssen, nicht um zu leben, sondern um zu überleben! Solche Zustände sind ein Skandal dann, wenn wir wirklich so reich wären, wir man uns ständig glauben machen möchte! Denn, dass es anders ist, beweist uns alleine schon die oben beschriebenen Rentenbezüge!
Es gehört zu den Menschenrechten, dass ein Mensch von seiner Hände Arbeit leben kann. Wir bezahlen in diesem Land zum Teil Löhne, die zum Leben zu niedrig und zum Sterben zu hoch sind. Manche Menschen in diesem Lande haben 2 und mehr Jobs, weil sie von einem allein nicht leben können! Ist das gerecht?! Was stimmt hier nicht? Das wäre eine Aufgabe für die Gewerkschaften und die Politiker, sich hier stark zu machen, dass diese Schweinereien aufhören und die Arbeitnehmer solche Bezüge haben, dass sie davon leben können und auch Ihr Alter damit sichern können. Geiz ist geil hat hier keinen Platz!
Unsere Politiker werden nicht müde, uns zu erklären und glauben zu machen, wir seinen ein reiches Land! Wie erklären sie dann bitte solche Zustände? Wenn wir doch angeblich so ein reiches Land sind, weshalb haben wir dann solche Zustände? Wie bitte erklären sie, die Politiker, uns, dass wir nicht genügend Ärzte haben in den Städten und in der Fläche? Wer Arzt aus Leidenschaft wird, weil er dafür brennt, ist ein guter Arzt, nicht wer ein Abitur mit 1,0 gemacht hat. Das ist kein Kriterium für einen guten Arzt! Warum müssen psychisch kranke Patienten Monate lang auf einen Therapeuten warten?
In den letzten 25 Jahren haben wir einen allgemeinen sozialen Abstieg im Mittelstand erfahren, wie er größer nicht sein kann. Junge, gut ausgebildete Leute bekommen vielfach nur noch Verträge auf Zeit, vor allem im Bereich der Hochschulen und Universitäten.
Überhaupt – die Politik sie sollte der Bevölkerung gegenüber ehrlich sein. Die Bürger dieses Landes sind nicht blöde. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wächst gerade deswegen, weil unsere Politiker immer noch nicht begriffen haben worum es eigentlich geht: Nämlich darum ein in den letzten 25 Jahren heruntergewirtschaftetes Land wieder auf die Füße zu stellen. Anstatt über Parteigrenzen hinweg Bündnisse zu schmieden und diese gemeinsam zu vertreten und umzusetzen scheitern die Umsetzungen immer wieder an den Eitelkeiten von Personen und Parteien. Aber es geht nicht um deren Profilierung, sondern um das große ganze, und unser Demokratisches Staatswesen, unsere Freiheit, auch um die Freiheit in Wort und Schrift.
Zu beklagen ist auch , dass die Medien immer nur von und über die arbeitende Bevölkerung sprechen. Da ist von Entlastung die Rede. Keiner spricht von denen, die bisher die anderen mitgetragen haben, von den jetzt als Rentner bezeichneten und die sich in den Jahren ihres Arbeitslebens als Leistungsträger der Gesellschaft verdient gemachten Menschen. Auch sie müssen in Zeiten wie diesen entlastet werden. Doch davon spricht niemand! Gesellschaftlich bekommen sie mit dem Eintritt ins Rentnerdasein einen Tritt in den Allerwertesten und werden und sind gesellschaftlich – abgeschrieben.
Brächte man Ihnen Wertschätzung und Respekt entgegen und würde man sie mit Würde behandeln, würde man sie als Rentner nicht mit 48 % Ihrer bisherigen Bezüge abspeisen! Welch ein Hohn! Diese Gesellschaft und allen voran unsere Volksvertreter müssen in diesen Punkten noch viel lernen! Anderswo, z. B. in Österreich sind diese Altersbezüge doppelt so hoch wie hier!
Ich frage mich, warum gehen wir Rentner nicht für uns und unsere Interessen auf die Straße? Warum lassen wir uns das bieten, nach 40 und mehr Arbeitsjahren?! Warum machen wir unserem Unmut nicht Luft?! Sind wir zu blöde dafür, zu bequem? In anderen Ländern gäbe es das nicht. Etwa in Frankreich. Ich verstehe offen gestanden nicht, dass wir Rentner uns das gefallen lassen.
Was soll die Diskussion darüber, die Vermögenden höher zu besteuern? Warum geht man nicht an die Vermögen der Großverdiener heran? Wohl gemerkt, ich spreche von den Vermögen, nicht von betrieblichen und zum Wirtschaften notwendiger Betriebsvermögen. Das kann man und auch ich unterscheiden. Ich spreche von den mit den Betrieben gemachten privaten Vermögen der Inhaber dieser Firmen.
Sie haben dank uns, mit unserer Arbeitskraft, unserem Können und unseren Begabungen, die wir Ihnen zur Verfügung gestellt haben, ihr Geld gemacht. Damit haben sie auch eine gesellschaftliche Verpflichtung. Es ist nicht mehr als recht und billig, wenn sie von diesem Vermögen, über eine entsprechende Besteuerung, der Allgemeinheit etwas von dem zurückgeben, was sie mit dem Können ihrer Mitarbeiter erworben haben. Auch das ist Teil einer Demokratie und zeugt von entsprechender sozialer Verantwortung, wenn ich das, was ich mit dem Können anderer und dem Einsatz meines Kapitals, erwirtschaftet habe, etwas zurückgebe an die, die mir zu diesem finanziellen Erfolg verholfen haben. Es war nicht der Erfolg des Unternehmers allein, es war ein Zusammenspiel von Unternehmergeist, seinem Kapital und dem Können und der Fähigkeiten der Mitarbeiter, das zu diesem Erfolg führte. Wer dem Kapital einen höheren Wert beimisst als den Fähigkeiten und dem Können der Beschäftigten bewertet falsch. Kapital und Fähigkeiten und Einsatz der Mitarbeiter für den Unternehmeserfolg wiegen m.E. gleich schwer. Ich sage das vor dem Hintergrund, selbst ein Unternehmen gehabt zu haben. Denn ohne meine Mitarbeiter wäre ich auch mit meinem Können und meinen Begabungen und Fähigkeiten nie da hin gekommen, wo ich war.
Manchmal kann uns der Blick in die Vergangenheit das Gewissen und die Augen öffnen. So haben namhafte Unternehmer und Unternehmen in der Zeit der Industrialisierung, aber auch noch später sich immer wieder z. B. durch entsprechendes soziales Engagement hervorgetan. Geregelte Arbeitszeiten, Wohnungen für die Arbeitnehmer, Mitbestimmung in Betrieben und vieles mehr. Wir täten gut daran, auch heute dieses Erbe als Vorbild nicht zu vergessen und bei kapitalen Erfolgen nicht nur an die Aktionäre zu denken, sondern auch an die Mitarbeiter und den Rest der Gesellschaft. Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es! Also greifen wir es an!